ein Fan der italienischen Küche zu sein, ist nicht besonders originell. Viele Gründe dagegen sprechen allerdings auch nicht. Spaghetti, Pizza, Eis: Für viele Kinder ist es die erste Küche, die sie kennen und lieben lernen. Während in mir immer noch etwas zerbricht beim Thema „Spaghetti mit Ketchup“, halte ich Spaghetti Napoli hingegen durchaus für einen adäquaten Einstieg in die Welt des Hochgenusses.
Wer in Italien häufiger mal unterwegs ist, merkt ohnehin, dass es oft nicht mehr braucht als einen einzigartigen Teig, eine tieffruchtige Tomatensugo und einen säuerlichen-frischen Büffelmozzarella (und für die italienische Tricolore natürlich noch Basilikum), um in den kulinarischen siebten Himmel befördert zu werden.
Und während ich durchaus sagen würde, dass die besten Tagliatelle al Ragù – in Deutschland auch bekannt als „Bollo“ – in einem kleinen Restaurant in Hanglage über der italienischen Stadt La Spezia serviert werden. Und dass es das beste Pistazieneis im Mailänder Tourifänger „Vanilla Gelati Italiani“ gibt. So würde ich auch sagen, dass es in Bremen eine Pizza gibt, die ganz nah an meine Favoriten aus Italien heranreicht.
Ich liebe den Rummel bei Zio Manu di Napoli, das italienische Flair bei Lino, die Kompositionen beim Pizzaglück, den Mittagsplausch bei Maik vom Biten-Foodtruck. Aber bei der Pizza, die sie aus dem kleinen olivgrünen Wagen mit der Aufschrift Il Posto Giusto regelmäßig auf dem Ziegenmarkt, am Buntentorsteinweg und in Mahndorf verkaufen, da schmecke ich wirklich Italien. Oder was meinen Sie? Bevor Sie mir jetzt gleich vielleicht (und hoffentlich!) noch viele weitere Pizza-Tipps schicken, hier noch unser kulinarisches Verwöhnprogramm für das Wochenende:
Wo in den Tag starten?
Es ist schon eine Weile her, dass ich das erste Mal vom "Zum durstigen Otter" gehört habe. Lustiger Name, dachte ich damals – noch nicht ahnend, dass die Ottersberger es bei sämtlichen Geschäften mit den Wassermardern hoch halten. Letztens habe ich es dann endlich mal vor die Tore Bremens geschafft und das Café und Inhaber Lenny kennengelernt. Was ein schöner junger Ort, war mein erster Gedanke.
Specialty Coffee und Frühstücksstullen dieser Art findet man nicht in jedem Flecken dieser Größe. Dass der "Durstige Otter" inzwischen fest etabliert in der Region ist, hat auch meine Kollegin Gisela Enders bei einem Besuch vor Ort wahrgenommen.
Wo verschnaufen?
Ich weiß noch: Auf einmal war er da. Ich war anfangs skeptisch bei der Glücksbohne im Viertel. Wer steckt dahinter? Woher kennt man den? Das sind meist die ersten Fragen, die ich mir stelle. Jens konnte ich gar nicht kennen, denn er hat vorher in der Textilbranche gearbeitet (nicht mein Fachgebiet). Heute jedoch rösten er und sein Team mit den besten Kaffee in Bremen.
Meine Kollegin Anke Velten hat die Glücksbohne für unsere Reihe Made in Bremen besucht, und Jens die entscheidende Frage gestellt: Warum schmeißt man mit über 50 seinen gut bezahlten Job weg und eröffnet eine Rösterei?
Wo den Abend ausklingen lassen?
Volle Punktzahl für Küche und Angebot, volle Punktzahl für das Ambiente. Unser Gastro-Kritiker Max Bomm ist völlig begeistert von der Bar Rique in der Überseestadt. Manche würden jetzt sagen: Klar, Max ist Sommelier und die Bar Rique eine Weinbar. Doch auch das Essen hat offenbar auf ganzer Linie überzeugt.
Und während Max von einer der spannendsten kulinarischen Adressen Bremens spricht, strebt Inhaber Jannis Bartsch eine Erwähnung im Guide Michelin an. Na wenn jetzt nicht der richtige Moment für eine Abendreservierung ist, dann weiß ich auch nicht.
Ein schönes und leckeres Wochenende wünscht
Ihr Luka Spahr
Redakteur und Barista
P.S: Haben Sie Anregungen für die Redaktion, eine Themenidee oder möchten Sie Feedback geben? Schreiben Sie mir gerne an luka.spahr@weser-kurier.de. |